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Cyber-Bedrohungen & AngriffeSchutzmaßnahmen & Best Practices

Die 5 bedeutendsten IT-Sicherheitsvorfälle der letzten 10 Jahre

09.11.2023 | Allgeier CyRis
Lesezeit 4 Minuten: (820 Wörter)

Was Unternehmen daraus lernen müssen.
IT-Security-Team analysiert einen Sicherheitsvorfall am Tablet und bewertet Risiken für Cybersecurity und Incident Response.

Cyberangriffe sind in den vergangenen Jahren nicht nur häufiger geworden, sondern auch strategischer, komplexer und folgenreicher. Besonders Supply-Chain-Angriffe, Zero-Day-Exploits und staatlich motivierte Kampagnen haben gezeigt, wie verwundbar selbst gut abgesicherte Organisationen sein können.

Ein Blick auf die prägendsten IT-Sicherheitsvorfälle der letzten zehn Jahre verdeutlicht, warum klassische Schutzmaßnahmen heute nicht mehr ausreichen – und welche Lehren Unternehmen daraus ziehen sollten.

 

1. SolarWinds – der folgenschwerste Supply-Chain-Angriff der letzten Dekade

Der Angriff auf die Netzwerkmanagement-Software SolarWinds Orion gilt als einer der gravierendsten Cybervorfälle überhaupt. Über ein manipuliertes Software-Update mit dem Namen Sunburst verschafften sich Angreifer unbemerkt Zugriff auf die Netzwerke von rund 18.000 Organisationen, darunter Großunternehmen und US-Behörden.

Besonders kritisch war dabei, dass die Schadsoftware über einen vertrauenswürdigen Update-Mechanismus ausgeliefert wurde. Selbst Organisationen mit hohen Sicherheitsstandards waren betroffen. Teile der eingesetzten Angriffsvektoren gelten bis heute als nicht vollständig bereinigt – ein klassisches Beispiel für eine langfristig persistente Bedrohung (APT).

 

2. EternalBlue, WannaCry und NotPetya – Ransomware mit globalen Auswirkungen

Mit dem EternalBlue-Exploit wurde 2017 eine Schwachstelle in Windows öffentlich bekannt, die sich rasant für die Verbreitung der Ransomware WannaCry und NotPetya nutzen ließ. Innerhalb kürzester Zeit waren weltweit tausende Systeme kompromittiert – besonders im Gesundheitswesen, in der Industrie und bei staatlichen Einrichtungen.

Obwohl Microsoft zeitnah einen Patch bereitstellte, sind auch heute noch zahlreiche Systeme ungepatcht. Das zeigt deutlich: Technisch verfügbare Updates schützen nur dann, wenn sie auch konsequent umgesetzt werden – andernfalls bleiben selbst Jahre alte Schwachstellen ein erhebliches Risiko.

 

3. Shellshock – eine jahrzehntelang unentdeckte Schwachstelle

Die Sicherheitslücke Shellshock betraf die Bash-Shell, ein zentrales Element nahezu aller Linux- und Unix-Systeme. Besonders brisant: Der zugrunde liegende Fehler existierte über 30 Jahre, bevor er entdeckt wurde.

Angreifer konnten über manipulierte Umgebungsvariablen beliebigen Code ausführen und vollständige Kontrolle über betroffene Systeme erlangen – ganz ohne Authentifizierung. Obwohl Shellshock seit 2014 als geschlossen gilt, wurde die Schwachstelle auch später noch gezielt in Angriffskampagnen missbraucht.

 

Expertenteam bespricht IT-Sicherheitsvorfälle und Cyberangriffe und leitet Maßnahmen für IT-Sicherheit und Krisenmanagement ab.

4. BlueKeep – Remote Desktop als unterschätztes Einfallstor

Die Schwachstelle BlueKeep rückte 2019 das Thema Remote Desktop Protocol (RDP) massiv in den Fokus. Sie ermöglichte Angreifern, aus der Ferne Schadcode auszuführen und sich ohne Zutun der Nutzer weiterzuverbreiten.

Gerade im Zuge von Homeoffice und Remote Work erwies sich BlueKeep als besonders gefährlich. Trotz veröffentlichter Updates sind laut öffentlichen Scans bis heute zehntausende Systeme verwundbar – ein klares Zeichen dafür, dass externe Zugänge häufig unzureichend abgesichert sind.

 

5. Sandworm & die OLE-Schwachstelle – gezielte Angriffe auf kritische Infrastrukturen

Die sogenannte OLE-Schwachstelle wurde 2014 von der russischen Hackergruppe Sandworm für gezielte Angriffe auf NATO-nahe Organisationen, staatliche Stellen und Unternehmen aus dem Energiesektor genutzt.

Über präparierte Microsoft-Office-Dokumente konnte Schadcode unbemerkt in sensible Systeme eingeschleust werden. Der Vorfall gilt als frühes Beispiel für staatlich gesteuerte Cyberangriffe, bei denen nicht finanzielle Gewinne, sondern geopolitische Ziele im Vordergrund standen.

 

Proaktive Angriffserkennung mit Allgeier CyRis

Mit Managed Detection and Response (MDR) unterstützt Allgeier CyRis Unternehmen dabei, verdächtige Aktivitäten frühzeitig zu erkennen – auch dann, wenn klassische Schutzmechanismen versagen.

Durch kontinuierliches Threat Hunting, Angriffserkennung in Echtzeit und fundierte Handlungsempfehlungen lassen sich Sicherheitsvorfälle identifizieren, analysieren und stoppen, bevor es zu größeren Schäden kommt.

Kurz gesagt

Die größten Cyberangriffe der letzten Jahre waren kein Zufall – sondern das Ergebnis unzureichender Sichtbarkeit und fehlender Prävention. Unternehmen, die heute in kontinuierliche Überwachung und Angriffserkennung investieren, schaffen die Basis für nachhaltige Cyber-Resilienz.

 

Fazit: Patch Management ist Pflicht – reicht aber nicht aus

Die bedeutendsten IT-Sicherheitsvorfälle der letzten zehn Jahre zeigen deutlich:
Reaktive Sicherheitsmaßnahmen greifen zu kurz.

Selbst wenn Patches zeitnah eingespielt werden, bleiben Risiken bestehen – etwa durch:

  • unbekannte Schwachstellen

  • vergessene Altsysteme

  • fehlende Transparenz im Netzwerk

Genau hier setzen proaktive Sicherheitsansätze an.