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Initial Access Broker: Die Türöffner der Cyberkriminalität

13.08.2025 | Allgeier CyRis
Lesezeit 7 Minuten: (1.203 Wörter)

Nicht jeder Hacker bricht selbst ein. Im Gegenteil: Immer häufiger übernehmen…
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Die unsichtbaren Mittelsmänner im Cybercrime-Business

…sogenannte Initial Access Broker (IAB) diese Aufgabe – und verkaufen anschließend die Zugangsdaten an andere Kriminelle weiter. Der IAB ist der Türöffner. Er hackt sich in ein System, kartiert den Zugang und bietet das kompromittierte Netzwerk im Darknet zum Verkauf an. Der Käufer? Meist eine Ransomware-Gang, Spionagegruppe oder ein anderes kriminelles Kollektiv, das auf dem aufbereiteten Zugang aufbaut.

Initial Access Broker sind ein zentraler Bestandteil der arbeitsteilig organisierten Cybercrime-Industrie. Sie agieren diskret, effizient und mit hoher technischer Raffinesse – und haben sich damit zu einem der größten Sicherheitsrisiken für Unternehmen entwickelt.

So arbeiten Initial Access Broker

Initial Access Broker (IAB) operieren nicht wie klassische Hackergruppen, sondern eher wie spezialisierte Zulieferer im kriminellen Ökosystem. Ihr Geschäftsmodell basiert darauf, die erste Hürde eines Cyberangriffs – den Zugang zum Unternehmensnetzwerk – effizient, unauffällig und strukturiert zu überwinden. Dazu nutzen sie bevorzugt Remote-Zugänge wie RDP, VPN-Gateways oder Citrix-Systeme, deren Schwachstellen sie mit automatisierten Scans und Exploits identifizieren. Auch Credential-Stuffing-Attacken auf Basis zuvor geleakter Zugangsdaten oder gezielte Phishing-Kampagnen gehören zu ihrem Standardrepertoire. Besonders perfide: Viele IAB setzen auf Social Engineering, um Mitarbeitende unter Druck zu setzen oder zur Preisgabe von Zugangsdaten zu verleiten – etwa über gefälschte Supportanfragen oder Deepfake-Anrufe.

Ist der Zugang erst einmal etabliert, beginnt die eigentliche „Wertschöpfung“. Die Broker kartieren systematisch das Netzwerk, analysieren die Active Directory-Struktur, prüfen Backup-Konzepte und identifizieren lohnende Assets – von Dateiservern über Produktionssysteme bis zu kritischen Schnittstellen zur Lieferkette. Dabei sichern sie sich meist mehrere persistente Einstiegspunkte: etwa durch das Einrichten neuer Nutzerkonten mit erweiterten Rechten, durch Webshells auf öffentlich erreichbaren Servern oder durch das Hinterlegen von Remote Access Tools, die sich nur schwer entdecken lassen. Das Ziel: ein langfristig nutzbarer Zugang, der auch nach Monaten noch aktiv ist.

Der fertige „Zugangspaket“ wird anschließend in Darknet-Foren und auf spezialisierten Marktplätzen angeboten. Preise beginnen bei wenigen Hundert US-Dollar für kleine Netzwerke und reichen bis in den fünfstelligen Bereich – je nach Unternehmensgröße, Branche, Standort und Sicherheitsarchitektur. Besonders gefragt sind Zugänge zu Unternehmen mit Zugriff auf kritische Infrastruktur oder hoher Zahlungsbereitschaft. Für Angreifer wie Ransomware-as-a-Service-Gruppen bedeutet ein solcher Zugang: kein Aufwand beim Eindringen, maximale Erfolgswahrscheinlichkeit.

Warum die Bedrohung so ernst zu nehmen ist

Initial Access Broker sind keine Einzelakteure. Sie operieren hochprofessionell und oft im Auftrag größerer Gruppen. Ihre Arbeit ist skalierbar: Ein Broker kann gleichzeitig Zugang zu Dutzenden Netzwerken aufbauen und anbieten. Diese Arbeitsteilung macht Angriffe effizienter und gezielter. Besonders perfide: Der Erstzugang bleibt in vielen Fällen über Monate unentdeckt, da die Broker keine destruktiven Aktionen durchführen. Die Systeme wirken stabil – während im Hintergrund bereits ein Verkauf vorbereitet wird.

Unternehmen bemerken den Angriff oft erst, wenn der Käufer aktiv wird. Dann ist es zu spät: Daten werden verschlüsselt, gestohlen oder veröffentlicht. In anderen Fällen dient der Zugang als Basis für Industriespionage oder die Platzierung weiterer Malware. Die Folgen: massive Reputationsverluste, Produktionsausfälle, rechtliche Konsequenzen.

Die Schwächen in der Verteidigung

Die Methoden der Initial Access Broker umgehen klassische Sicherheitstools häufig vollständig. Firewalls, Antivirenlösungen oder einfache Log-Analysen schlagen bei gut getarnten Zugriffen nicht an. Der Broker agiert „leise“ – und nutzt legitime Admin-Konten, manipulierte PowerShell-Skripte oder VPN-Verbindungen, die aus der Ferne kaum als verdächtig auffallen.

Entscheidend ist daher nicht nur die Prävention, sondern die aktive, kontinuierliche Überwachung der Netzwerkkommunikation. Und genau hier setzt der Active Cyber Defense (ACD) Service von Allgeier CyRis an.

 

So schützt ACD von Allgeier CyRis vor Initial Access Brokern

ACD ist eine Managed Detection and Response Lösung, die Unternehmen rund um die Uhr auf verdächtige Aktivitäten überwacht – und besonders effektiv bei der Erkennung von Initial Access Brokern ist. Der Ansatz: Keine Analyse von Endgeräten, sondern kontinuierliche Überwachung des Datenverkehrs im gesamten Netzwerk. Dadurch erkennt ACD auch getarnte Kommunikation mit Command-and-Control-Servern oder unauffällige interne Bewegungen von kompromittierten Accounts.

Was ACD leistet:

  • Proaktives Threat Hunting: Permanente Überwachung auf Anomalien, etwa ungewöhnliche Logins, verdächtige PowerShell-Nutzung oder C2-Verbindungen.
  • 24/7-Analyse durch Sicherheitsexperten: Meldung relevanter Vorfälle in Echtzeit, keine False Positives.
  • Sofortige Handlungsempfehlungen: Bei kritischen Vorfällen wird das unternehmensinterne IT-Team unmittelbar informiert.
  • Netzwerkbasierter Ansatz: Kein Agent auf Clients notwendig, vollständige Abdeckung aller Systeme – auch IoT, Server, mobile Devices. 

Durch diese Architektur ist ACD besonders geeignet, um auch die Vorstufe eines Angriffs – also den Moment, in dem ein Initial Access Broker Fuß gefasst hat – zu erkennen. Unternehmen gewinnen damit Zeit, bevor der eigentliche Schaden entsteht.

 

Frühwarnsystem statt Feuerwehr

Initial Access Broker verändern das Angriffsmuster moderner Cyberkriminalität. Wer sich nur auf klassische Schutzmaßnahmen verlässt, wird diese neue Klasse von Angreifern zu spät bemerken. Die beste Verteidigung: ein Frühwarnsystem, das auch subtile Anomalien erkennt und Angriffsversuche im Vorfeld unterbindet.

Mit dem Active Cyber Defense Service von Allgeier CyRis etablieren Unternehmen genau diesen Schutz – permanent, netzwerkbasiert und ohne blinden Fleck. Wer heute handelt, verhindert den Angriff von morgen. Lassen Sie es nicht erst zum Datenleck oder zur Erpressung kommen.

Sprechen Sie uns an – wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihr Unternehmen unsichtbar für Initial Access Broker machen.