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Cyber-Bedrohungen & AngriffeSchutzmaßnahmen & Best Practices

Unterschätztes Sicherheitsrisiko: Warum Unternehmen ihre Metadaten schützen sollten

26.03.2025 | Allgeier CyRis
Unternehmen konzentrieren sich bei der IT-Sicherheit auf Firewalls, Verschlüsselung oder Zugriffskontrollen.
IT-Mitarbeiterin analysiert Daten am Laptop im Zusammenhang mit Metadaten-Sicherheit und Schutz sensibler Informationen in der Unternehmens-IT.

Ein Aspekt wird dabei jedoch häufig übersehen: Metadaten. Dabei können gerade diese unscheinbaren Zusatzinformationen wertvolle Hinweise über Personen, Systeme oder Unternehmensstrukturen liefern – und somit ein erhebliches Sicherheitsrisiko darstellen.

Was sind Metadaten?

Metadaten sind zusätzliche Informationen über eine Datei oder digitale Kommunikation. Sie helfen dabei, Inhalte zu organisieren und leichter zuzuordnen. Metadaten entstehen bei vielen digitalen Aktivitäten – oft ohne dass Nutzer sich dessen bewusst sind.

Typische Beispiele für Metadaten sind:

  • Autor und Erstellungsdatum eines Word-Dokuments
  • Aufnahmeort und Kameraeinstellungen bei Fotos
  • Interpret oder Album bei Musikdateien
  • Zeitpunkt und Teilnehmer bei E-Mails oder Messenger-Nachrichten
  • IP-Adressen bei Online-Aktivitäten

 

Diese Informationen sind meist nicht direkt sichtbar, können jedoch relativ leicht ausgelesen werden.

Welche Sicherheitsrisiken entstehen durch Metadaten?

Metadaten können mehr Informationen preisgeben, als vielen bewusst ist. Besonders problematisch wird es, wenn sensible Details ungewollt nach außen gelangen.

Typische Risiken sind:

  • Standortinformationen: Fotos enthalten häufig GPS-Koordinaten des Aufnahmeorts
  • Unternehmensinformationen: Dokumente verraten Autor, verwendete Software oder interne Systeme
  • Kommunikationsdaten: Zeitpunkt und Teilnehmer von Nachrichten lassen Rückschlüsse auf Netzwerke zu
  • Technische Hinweise: Metadaten zeigen, welche Programme oder Geräte im Einsatz sind

 

Angreifer können diese Informationen nutzen, um gezielte Angriffe vorzubereiten – beispielsweise über Social Engineering oder das Ausnutzen bekannter Software-Schwachstellen.

Metadaten als Baustein für gezielte Cyberangriffe

Einzelne Metadaten wirken oft harmlos. In Kombination können sie jedoch ein detailliertes Bild liefern.

Ein Beispiel:

  • Ein veröffentlichtes Foto enthält GPS-Daten
  • Ein Dokument verrät Name eines Mitarbeitenden und verwendete Software
  • Eine IP-Adresse zeigt den ungefähren Standort eines Netzwerks

 

Diese Informationen lassen sich wie ein Puzzle zusammensetzen. Für Angreifer entsteht dadurch ein klares Bild über Personen, Systeme oder mögliche Angriffspunkte.

Wie lassen sich Metadaten kontrollieren?

In vielen Fällen können Metadaten direkt über die Dateieigenschaften eingesehen werden.

Beispiel unter Windows:

  1. Datei mit Rechtsklick öffnen
  2. Eigenschaften auswählen
  3. Tab Details öffnen

 

Dort lassen sich häufig Informationen wie Autor, Änderungsdatum oder Aufnahmeort einsehen.

Best Practices: So schützen Unternehmen ihre Metadaten

Um Sicherheitsrisiken zu reduzieren, sollten Unternehmen klare Richtlinien für den Umgang mit Metadaten definieren.

Wichtige Maßnahmen

1. Metadaten vor Veröffentlichung prüfen

  • Dokumente und Bilder vor dem Versand kontrollieren
  • Persönliche Informationen entfernen

 

2. Metadaten automatisch entfernen

  • Office-Programme bieten Funktionen zum Entfernen persönlicher Daten
  • Betriebssysteme ermöglichen das Löschen sensibler Dateiinformationen

 

3. Kommunikationseinstellungen anpassen

  • Online-Status in Messengern deaktivieren
  • Datenschutzoptionen in Kommunikations-Apps prüfen

 

4. Metadaten-Shredding einsetzen

  • Spezielle Software kann Metadaten anonymisieren
  • Besonders relevant bei sensibler Kommunikation

 

5. Sicherheitsrichtlinien im Unternehmen etablieren

  • Mitarbeitende für Risiken sensibilisieren
  • klare Vorgaben für den Umgang mit Dokumenten und Bildern

Fazit

Metadaten sind ein oft unterschätztes Sicherheitsrisiko. Sie können sensible Informationen über Personen, Systeme oder Unternehmensstrukturen preisgeben und so gezielte Cyberangriffe erleichtern.

Durch klare Richtlinien, technische Maßnahmen und Sensibilisierung der Mitarbeitenden lässt sich jedoch verhindern, dass vertrauliche Informationen unbeabsichtigt nach außen gelangen.